bahn fahr’n
Dienstag, 27. Mai 2008wenn der morgendliche regionalexpress verspätung hat, wenn ihm dann ein ganzer zweiter-klasse-wagen-fehlt, aber die anderthalb beinah leeren erster-klasse-wagen nicht einmal als stehplätze genutzt werden dürfen und dann auch noch dutzende radfahrer versuchen, den ohnehin schon pickepackevollen zug zu entern, ja, da freut man sich, dass man auf’s autofahren verzichtet, mit dafür sorgt, dass die bahn ag ihre chronisch defizitäre fernverkehrs-sparte über den nahverkehr quersubventionieren kann, und ist nicht mehr ganz taufrisch, wenn man im bloggerdorf angekommen ist. im getümmel ist mir auch noch meine liebste verloren gegangen, und da ich am bahnhof nicht nach ihr gesucht habe, ist sie nun etwas verschnupft. kein schöner morgen. aber es geht noch weiter: wer die dumm-dreistesten straßenbahnnutzer erleben möchte, dem empfehle ich eine fahrt im bloggerdorf - hier steigt man ein… und bleibt sofort stehen. da kann die bahn noch so leer sein. und man bleibt nicht etwa im eingang stehen, weil man an der nächsten station wieder aussteigen möchte. weit gefehlt! man bleibt stehen, weil man böse gucken und maulen möchte, wenn sich andere fahrgäste beim versuch, die straßenbahn auch zu nutzen, erst hinein- und beim aussteigen wieder hinausquetschen müssen. aber was wäre die alternative? das tägliche herumstehen auf der a3 oder das auf schleichwegen durch kuhdörfer quälen hat auch keinen spaß gemacht.
aber demnächst wird alles besser: dann wird der rhein-ruhr-express köln und düsseldorf im viertelstundentakt (wer’s glaubt…) verbinden, allerdings zu dem preis, dass am bahnhof köln-mülheim nicht mehr gehalten wird und damit die s-bahn-anbindung nach bergisch-gladbach, die stadtbahnanbindung ins rechtsrheinische köln und damit etliche hundert pendler ins leere laufen werden. argumentiert wird, dass es nicht durchsetzbar sei, wenn düsseldorf nur noch zwei halte (hbf und flughafen), köln aber weiterhin drei (hbf, deutz und mülheim) haben soll. was das ergebnis sein wird? die bahn wird wieder kunden verlieren, und die a3 muss zwischen leverkusen und dem heumarer dreieck von bald vier auf dann fünf fahrstreifen erweitert werden, um nicht täglich staus im zweistelligen kilometerbereich verkraften zu müssen. aber noch bin ich ja der hoffnung, dass sich auch in meinem sektor irgendwann die erkenntnis durchsetzt, dass heimarbeit machbar ist.
auf die ohren: sylvian/fripp - damage