Getaggte Beiträge ‘schafe’

alles rosa

Donnerstag, 5. Juni 2008

heute ist es trübschwülregnerischgrau hier im bloggerdorf; der große bildbearbeiter hat die farben maximal entsättigt. dafür grast eine große schafherde dort, wo in wenigen wochen die “größte kirmes am rhein” aufgebaut wird. heute vor einer woche sah es so aus, als würde den bloggerdörflern der himmel auf den kopf fallen: mit einem mal wurde es nachtschwarz, und jeder erwartete ein richtig fieses unwetter - das entlud sich dann jedoch etwas weiter nördlich.

die deutsche sozialdemokratie steht bei der sonntagsfrage nun bei einem stimmenanteil von zwanzig prozent, was mich dazu brachte, mein für sonnenschirm-einsätze gedachtes “habt mich TROTZDEM lieb”-t-shirt wieder abzubestellen und dafür eines zu ordern, auf dem “ich kann doch auch nichts dafür” steht. unter den gegebenen umständen sehe ich den kommenden wahlkämpfen mit freude und zuversicht entgegen. das sind die momente, wo ich mich frage, ob es wirklich sinnvoll ist, im schnitt zehn stunden wöchentlich in die parteiarbeit zu stecken und mich von dem derzeitigen mangel an (zumindest zweck-) optimismus nicht anstecken zu lassen. den maulern, insbesondere denen mit parteibuch, rufe ich immer noch gerne zu, dass sie lieber die ärmel hochkrempeln und sich einbringen sollten. aber langsam werden meine stimmbänder in dieser trockenen wüstenluft rau. von historismus und einem hang zu sentimentaler rückschau zu sprechen, tut allerdings weh - obwohl: wenn die wahlkämpfe geführt und die schlachten geschlagen sind und ich mein ramponiertes selbst wieder aufbauen muss, dann weiß ich wenigstens, wem ich dafür stundenlang die ohren vollheulen werde (und wer mir dann die nötigen biere bezahlt)! immerhin bin ich schneller als henryk m. broder: dessen sentimentale rückschau steht erst heute im SPON. aber was soll man machen? schadenfroh daneben zu stehen und “siehste!” zu sagen, wenn der eigene verein den bach ‘runtergeht, war schon immer wohlfeil.

als wäre das nicht alles schon spaßig genug, kommt jetzt auch noch das gebahren von telekom und bahn: wenn man kritiker fürchtet, dann spioniert man sie halt aus und überlegt sich noch andere dinge, um sie zu drangsalieren. nun bin ich mal sehr auf die konsequenzen gespannt, die die schon erfolgten und noch kommenden enthüllungen haben werden - und: nein, ich glaube nicht an den weihnachtsmann. und wie schon bei der überwachung bei diversen discountern gehe ich jetzt stark davon aus, dass die kunden die telekom in scharen verlassen und sich andere anbieter suchen werden. höre ich da etwas vom osterhasen? allerdings glaube ich an die macht der werbung und des corporate design, und vielleicht hätte der normannenstraße ein kräftiges magenta statt einem tristen grau auch besser gestanden.

und nun zu etwas völlig anderem: wieder gibt es eine möglichkeit zu einem meet & greet, dieses mal allerdings nicht bei zweifelhaften schnellchinesen, denen ich dann fernbleibe, sondern anlässlich einer fototour im bloggerdorf, der ich nicht fernbleiben kann, da ich sie organisiere. am 2. juli treffen wir uns um 18 uhr auf dem burgplatz in der altstadt am eingang zum schifffahrtsmuseum im schlossturm. bei der letzten tour sind schöne fotos entstanden, 

und vielleicht wäre das ja mal eine gelegenheit, das bloggerdorf kennenzulernen!

ich werde bis dahin meine klappe halten: nicht, weil ich des rufens müde wäre, sondern weil ich mir in den nächsten wochen das meer und den himmel darüber ansehen werde. sollte mir langweilig werden, werfe ich einfach einen kiesel ins wasser - das zieht dann genug kreise.

auf die ohren: sylvian/fripp - darshan (…und nach dem urlaub wird der shuffle neu bestückt)

 

schafe zählen (mehr von mir VII)

Freitag, 16. Mai 2008

windig ist es heute, und die schafe sind dort, wo das bloggerdorf fast ans neue grenzt, und damit beinahe außer sicht.

langsam meine ich zu verstehen, dass die fülle an erinnerungen und ein phänomenales langzeitgedächtnis das wirklich ärgerliche am älterwerden sind. alle legalen und illegalen methoden, wenigstens einen teil des arbeitsspeichers zu löschen, haben keinen nachhaltigen erfolg gehabt, und wenn ich mir filme wie “vergissmeinnicht” ansehe, frage ich mich, ob das überhaupt wünschenswert gewesen wäre. so darf ich mich fragen, warum ich mich daran erinnern kann, mit bernd s. und zwei mädchen aus der nachbarschaft im nederlandsen v. auf einem mäuerchen vor einem reihenhaus gesessen zu haben, während deren hunde auf der zum haus gehörenden wiese tollten. ein fenster ging auf und eine frau rief hinaus: “eure hunde scheissen in unseren garten!”, worauf eines der mädchen antwortete: “die scheissen nicht, die pissen nur!” ist 1983 nichts wesentlicheres passiert? und wenn ja: was? auf der anderen seite habe ich mich, während ich mit meiner liebsten 2005 durch marokko reiste, gefragt, warum ich mich nicht daran erinnern kann, während der marokko-tour 1988 auch nur einen einzigen muezzin rufen gehört zu haben, während wir nun fortwährend beschallt wurden. viele andere dinge sind präsent, als sei es erst gestern gewesen: osman und big paranoia in chechouen, thé à la menthe am djemaa el fna, der kauf von handgewebten decken in fes. aber muezzine?

warum ich das alles erzähle? die kurze antwort: warum nicht? die längere: letzte nacht, als meine liebste schon tief und fest schlief, lag ich wach. und wie es dann häufiger so ist, dachte ich an die und den und dies und das, und jedesmal kam es mir so vor, als klickte ich auf ein pull-down-menue, wo ich, vom kleinsten ins allerkleinste und von hölzchen auf stöckchen kommend, mich zudem noch diverser pop-ups erwehren musste. schlaflosigkeit 2.0. früher hätte man gesagt, ich wäre von geistern der vergangenheit gejagt worden, aber das wäre ungerecht, implizierte es doch einen ungesunden zustand der erinnerten und zudem ein ebenfalls ungesundes verhältnis zu den leichen im eigenen keller. beides ist nicht der fall: ich hoffe doch sehr, dass, trotz dass der ein oder anderer momentan vielleicht kränkelt, sich alle geister bester gesundheit erfreuen; und zu den leichen in meinem keller pflege ich ein freundliches, aber sicherlich nicht ignorantes verhältnis. lästig ist eine solche insomnie dennoch, besonders, wenn man, wie ich letzte nacht, überhaupt keinen bock auf einen sentimentalitätsexzess hat und zudem weiß, dass der wecker erbarmungslos um fünf uhr klingeln wird.

ich habe dann begonnen, schafe zu zählen, und irgendwann hat es tatsächlich geholfen. allerdings haben es zwei geister geschafft, sich in meinen traum zu mogeln. obwohl sie nichts miteinander zu tun haben, spielten sie ein paar, und auch wenn sie sich überhaupt nicht ähnlich sahen, wusste ich genau, wer sie waren; und als ich aufwachte, war da kurz dieses gefühl, dass es noch etwas zu sagen gäbe.

auf die ohren: king crimson - b’boom/thrak (manche stücke werden besser, wenn man sie zehn jahre liegen lässt)

schlafstörung

Dienstag, 13. Mai 2008

kein ganz so schönes wetter heute im bloggerdorf. die schafe ziehen weiter flussaufwärts, ihnen wird’s egal sein.

was für eine nacht! gefühlte stunden habe ich überlegt, weswegen mir nun schlecht ist. die wurzel des übels meinte ich eingrenzen zu können: es war wohl das rucola-pesto. aber ob das öl ranzig, der knoblauch zu alt oder die pinienkerne verdorben waren - oder am ende alles zusammen -, das weiß ich nicht. als ich dann endlich eingeschlafen war, wurde ich noch zweimal geweckt: zum ersten von meiner liebsten, die meinte, ich würde schnarchen, und zum zweiten von irgendwelchen knallköppen, die auf dem geraden stück straße zwischen wald und gewerbegebiet mit quietschenden reifen rennen fuhren. der finale weckruf kam um fünf uhr, und der war nicht geeignet, um mich noch einmal umdrehen und weiterschlafen zu können.

idyllisch war es auch die vorangegangenen morgende, als ab punkt acht uhr ein mädel mit seinem hund die gesamte stillruhigschlafende nachbarschaft erfreute. da wurde der hund gelockt und gescholten, und wenn das mädel den offenbar vorhandenen ball nicht schnell genug warf, dann kläffte der hund. offenbar war der hund ziemlich begriffsstutzig, denn das mädel hat alles, was es sagte, wiederholt. fein gemacht! fein gemacht!

heute wird’s wieder eine gelegenheit geben, mich beim schnellchinesen zu treffen, und dieses mal werde ich dort sein. alter, ich schwör!

auf die ohren: talking heads - the great curve

blaue stunde

Donnerstag, 8. Mai 2008

was für ein strahlendblauer morgen heute im bloggerdorf! die schafe liegen im schatten unter der brücke, und der fluss fließt gemächlich richtung nordsee.

was passiert, wenn man sich auf einen freien abend freut? man hat die rechnung ohne die bahn gemacht! zug 1 meiner stündlich zwei möglichkeiten, in mein dorf zu kommen, meldete bereits eine stunde vor abfahrt zwanzig minuten verspätung wegen einer weichenstörung, und zug 2 zwar nur eine viertelstunde, aber “störungen im betriebsablauf” heißt meistens nichts anderes als “dauert vermutlich länger”. dieses mal war die bahn gnädig und großzügig und hat einen höherrangigen zug freigegeben; dass ist sie nicht immer, sie agiert da gerne absolutistisch, und die auskünfte ihres fähigen und motivierten personals gehen von “ich weiß nicht” über “der zug wurde noch niemals freigegeben” bis hin zu “ich darf die zentrale nicht anrufen - ich kann ihnen auch nicht sagen, wer die zentrale anrufen darf” (echt wahr!). q.e.d.: beamtenköppe überall! am engk habe ich mir mit miesen dschungelkampftechniken einen sitzplatz im völlig überfüllten IC nach Strasbourg erkämpft, durfte einen blick auf unser bahnhofskapellchen werfen und anschließend vierzig minuten mit der straßenbahn in unser dorf zuckeln.

zu hause habe ich darauf verzichtet, die nana-minze mit grüntee zu verbrühen; ich habe sie stattdessen mit rohrzucker und limetten zermatscht, cachaca draufgekippt, das ganze mit crusheis aufgefüllt und auf der dachterrasse die abendsonne genossen. 

auf die ohren: getz/gilberto

schnellchinesenboykott

Mittwoch, 7. Mai 2008

heute ist der himmel sehr hell und milchig über dem bloggerdorf, und die schafe sind von der rechten seite der brücke auf die linke weitergezogen.

würde es irgendwen geben, der gestern bei meinem lieblingsschnellchinesen auf meinen anblick und ein paar warme worte gehofft hat, dann müsste ich nun abbitte leisten: ich war trotz ankündigung nicht dort. habe ich nun begonnen, meine tibetfreundlichen chinakritik (btw was ist eigentlich in der presse aus diesem thema geworden? ist es etwa in das selbe loch gefallen wie der generationenkonflikt?) auf unschuldige und hart arbeitende schnellchinesen auszuweiten? nein. schuld ist vielmehr, dass alle schafe gestern sitzen sollten, aber ohne den schäfer und seinen hund. ich weiß nicht, wie die herde reagiert hat - ich jedenfalls habe einen sonnigen und ruhigen abend in meinem dorf einer voraussichtlich wenig nutzbringenden veranstaltung vorgezogen. und da eine für heute abend terminierte sitzung kommentarlos abgesagt wurde, ist diese woche auf einmal ruhig und beschaulich.

nicht boykottiert haben mich übrigens die liebhaber der firma piaggio: die et2 ist seit sonntag weg, und die sfera verlässt mich heute abend. von dem erlös gibt es dann…

neue fahrräder. die stinken nicht, knattern nicht, verbrauchen nichts und

machen vermutlich nicht halbsoviel spaß.

ach ja, und dann habe ich es bei einem weiteren hrk-connaisseur auf die mainpage geschafft. das ist zuviel der ehre, das treibt mir die schamesröte ins gesicht! vielleicht werde ich heute abend bei einem whisky maroccaine mal darüber nachdenken, was wir vor zwanzig jahren gedacht hätten, wenn uns jemand gesagt hätte, dass wir uns dereinst via blogs austauschen werden - und die welt (nun ja…) dabei zusehen lassen.

auf die ohren: king crimson - absent lovers 

blue skies over paradise

Montag, 5. Mai 2008

ein stahlblauer himmel wölbt sich heute über dem bloggerdorf, und auf der weide auf der anderen seite des flusses grasen wieder schafe. mein zimmer hat sich schon bis 28 grad mit steigender tendenz aufgeheizt. ans fensteröffnen ist nicht zu denken, da seit dem frühen morgen eine gigantische maschine die fahrbahndecke von der straße vor dem haus fräst und neben dem krach, den sie dabei macht, alle zehn sekunden unmotiviert hupt.

diese woche wird hardcore, selbst für meine verhältnisse. meine sandkastenfreunde haben sich entschieden, kurz vor der spielplatzneubesetzung streitereien à la “du hast mein schäufelchen geklaut - du hast in mein eimerchen gepieselt” aufzuführen, was bei mir wahlweise zu fassunglosigkeit, vermittlungswut, breitem grinsen oder flucht führt. jetzt sind dinge zu klären, die schon lange und ohne zeitdruck hätten geklärt werden können. muss ich das verstehen? nein, das muss ich nicht. dagegen ist das schon klassische tandem schnellchinese/besprechung ein wahre erholung, die ich mir morgen wieder gönnen werde (wer mitessen möchte: ich werde um etwa 17.30 uhr dort sein). warum ich mir das antue? weil ich es so will?

auf die ohren: roadworx - the honking