mohrrüben

By blogghead

momentan weht ein hauch von sommer durch den niederrhein: das flirren der pappeln im lauen wind, die kite-skater auf der auwiese auf der anderen seite des flusses und die fröhlichen demonstranten von ver.di auf dem weg zum landtag. ok, gelogen, die gab es gestern, aber da gab es den rest auch.

gestern gab mir auch mein chefe den rest, oder er sich selbst, je nachdem: versuchte er doch, mir die aufstiegs- und beförderungsmöhre hinzuhalten und mich anzuhalten, mich bei der ausstehenden beurteilung weiterhin kooperativ zu zeigen. ich wolle schließlich irgendwann weiterkommen, sagte er, und da sei das dumme geschwätz, das meiner beurteilung als präambel vorangesetzt wird, nicht ganz unwichtig. er verkennt dabei, dass

1.) kooperatives verhalten meine beurteilung nicht verbessert,

2.) das endergebnis meiner beurteilung meinem fortkommen im wege steht und nicht etwa mein unkooperatives verhalten bei erstellung der präambel und

3.) es sinnlos ist, mit möhren zu winken, wenn der esel sich längst umgedreht hat.

gesagt habe ich ihm, dass mir im hinblick auf das, was hinten ‘rauskommt, am arsch vorbeigehe, was vorne stünde. da war er konsterniert.

jetzt freue ich mich darauf, die beurteilung endlich offiziell verkündet zu bekommen, weil dann meine taktische pause ein ende haben wird und ich endlich tun kann, was getan werden muss. ja, das berufsleben eines erwachsenen – es ist genauso spannend und sinnvoll, wie ich es mir in meinen kühnsten teenagerträumen stets ausgemalt habe.

was mich dabei erschreckt, ist mein eigener, reichlich mainstreamiger werdegang, da ich nach einer verspäteten sturm- und drangzeit, einer kurzen phase cocooniger häuslichkeit und einer aufreibenden zeit unbedingten karrierestrebens nun den punkt erreicht habe, den offenbar viele arbeitnehmer meines alters erreicht haben: den moment, wo man seinem arbeitgeber wahlweise ein „nicht schooon wieder“ oder ein „wisst ihr was? macht’s euch doch selbst!“ an den kopf werfen kann. aber hey! was soll’s? ich muss das rad nicht neu erfinden.

auf die ohren:

and you may ask yourself
where does that highway lead to?
and you may ask yourself
am i right? …am i wrong?
and you may tell yourself
my god!…what have i done?

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