sozialisation (mehr von mir III)
mein lieblingsblogger erzählt heute etwas über seine musikalische sozialisierung, und da wir offenkundig auf gleichen wurzeln stehen (wenn auch mit unterschiedlichen ergebnissen), will ich doch gerne nachziehen. etliche jahre, bevor der mann mit dem roten derby (siehe “böse mucke”) überhaupt führerschein buchstabieren konnte, war er derjenige, der dem busfahrer auf einer klassenfahrt ins malerische bingen am rhein eine cassette in die hand drückte. introductory fanfare/peter gunn von emerson, lake and palmer’s in concert blew me away. er war es auch, der mir genesis live in die hand drückte und den tipp gab, statt asia yes zu hören - nun gut, nachdem ich mich an jon anderson’s stimme gewöhnt hatte, gefiel mir yessongs richtig gut. damit war der grundstock gelegt, und ich war für mein restliches leben versaut. später versorgte mich mein lateinlehrer mit van der graaf generator, soft machine und vor allem - king crimson. während des zivildienstes brachte die heavy rotation auf mtv pearl jam und in der folge temple of the dog, soundgarden, rage against the machine und afghan whigs, und viel später kamen miles davis elektrische phase, nils petter molvaer, aivind aarset und bugge wesseltoft dazu, außerdem seit wool eine merkwürdige vorliebe für die schrägeren sachen der nits und mit jazzmatazz und erykah badu auch ein bisschen r’n'b. was geblieben ist, gibt’s noch immer auf die ohren. elp gehören nicht mehr dazu, ich kann sie nicht mehr hören. obwohl… etwas endless enigma oder take a pebble so dann und wann…
wie geht nun die geschichte mit dem roten derby weiter? ich vermute, er ist längst verschrottet oder fährt, von drähten zusammengehalten, in irgendeinem schwellen- oder drittweltland noch immer (genauso wie goldene käfer und silberne golfs vielleicht auch). und was ist aus seinem fahrer geworden? vielleicht erinnert er sich gerade daran, dass er mal eine level 42-phase hatte, die genauso fremdschämgeeignet ist wie bryan adams oder …ja, ich hatte eine lp von spandau ballet. und ich habe sie sogar gehört.
warum ich das alles schreibe? weil die sitzung heute erst um halb neun beendet war und ich mit einer wüsten mischung aus aufgekratztheit und tiefer müdigkeit kämpfe und es einfach gut tut, mal von etwas zu schreiben, was mir einfach nur ein grinsen auf mein gesicht bringen kann. bingen. wann erinnere ich mich sonst an bingen?
auf die ohren: soft machine - six.
Schlagworte: musik, selbst, sentimentalität