was waren das für zeiten, als buchhandlungen noch horte des sich verlierens, des schmökerns und der ungezügelten intellektualität waren. heute dagegen: wühltische mit ramschware und die ankündigung, dass es an einem der nächsten tage passend zu biss (sic!) zum erbrechen ein tattoo gebe, gestochen oder geklebt, ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich dem nächsten vampir die eckzähne ausschlagen werde. in den regalen bestseller, die kein mensch braucht und die sich vermutlich nur deswegen verkaufen, weil all’ die fliegen um mich zu träge sind, tiefer zu graben. ein wunder, dass sie überhaupt noch lesen. unter „h“ ein verschämter van der heijden. nein, man muss ihn weder kennen noch mögen. aber man kann.
draußen treibt mir eine ältere bettlerin, die einen übergroßen stofftiger in den armen wiegt, die tränen in die augen. was das eine mit dem anderen zu tun hat? nichts, oder vielleicht doch vieles.
woran merkt man, dass man alt geworden ist? wenn man mit einer horde jusos in einer karaokebar versackt und sich herausstellt, dass die eltern des tischnachbarn, mit dem man gerade wieder angestoßen hat, jünger sind als man selbst…
…oder flugblätter in der hand. 5.45 bei lausigen temperaturen vor dem örtlichen bahnhof herumlungern, um gehetzten pendlern flugblätter zum wegfall ihrer pendelverbindung aufzudrängen, ist ein grausiges geschäft. bei manchen vorbeihastenden hätte ich nicht übel lust, sie mit einer grätsche zu fall zu bringen, um ihnen dann ein flugblatt unter die nase zu schieben… aber halt! so etwas darf ich nicht denken, geschweige denn bloggen.
nach zweieinhalb stunden zur abwechslung zurück ins dörfchen, um bei bindfadenregen nelken an freundliche ältere damen auf dem wochenmarkt zu verteilen. ja, wahlkampf macht spaß, ungefähr so viel wie ein pickel am kinn…
noch drei tage und der rest von heute – dann werde ich mich betrinken, so oder so. und jetzt, kurz bevor ich diesen beitrag poste, frage ich mich nicht, warum ich nicht einfach zu sonnenschirmen et al. schweige, sondern ob mir überschrift und resignierter tonfall nicht irgendwoher bekannt vorkommen. ich könnte es herausfinden, allein: ich möchte nicht. ich könnte sehen, seit wann ich mich diesem hobby widme, und bin mir nicht sicher, ob ich die dann folgende gefühlsaufwallung verkraften würde. aber hey! ich bin nicht deprimiert; ich bin nur übermüdet.
ja, ja, jeder gute bloggbuster braucht und hat eine fortsetzung!
was hat mich dazu verführt, einer leiche wieder leben einhauchen zu wollen? was hat mich dazu gebracht zu glauben, dass es nach dem 9. mai eine zäsur geben würde? warum habe ich geglaubt, dass irgendwen mein geschreibsel hier interessiert (null klicks in den letzten drei tagen – da hatte ich mehr, als ich nichts geschrieben habe!)? fragen über fragen…
immerhin, eine erkenntnis habe ich heute gewonnen: wir befinden uns inmitten einer kleinen eiszeit! keine rede mehr von weinanbau in mecklenburg-vorpommern und palmenhainen auf sylt, wüstenbildung bei potsdam und retsina auf dachterrassen. stattdessen: zu wenige sonnenflecken und dadurch bedingt kälte, depressionen und ernteausfälle.
und ich hatte gedacht, das wetter sei einfach scheiße.
trotz dass es über wochen und monate nichts neues zu lesen gab, haben sich im schnitt drei unentwegte täglich auf diesen traurig verwaisten seiten eingefunden. harrten sie der nicht kommenden neuigkeiten? trauerten sie ob der wüsten leere? ich werde es wohl niemals erfahren…
dabei hätte es viel zu erzählen gegeben, z.b. von sonnenschirmen und der ahlen tant, ävver dat hätt mir och schon esu jereicht, und da wollte ich nicht auch noch von bloggen… also warten wir doch einfach schweigend, hoffend oder bangend den kommenden sonntag ab und ergehen uns danach in freudeshymnen oder wutgeschrei, je nach gemütszustand und couleur. oder wir betrachten den 9. mai einfach als zäsur, verschweigen was vorher war und widmen uns dem, was dann auch immer widmenswert sein wird.
eines möchte ich euch treuen lesern aber dann doch nicht vorenthalten (auch wenn zwei drittel von euch es schon wissen): ich habe es getan. ich habe den rhein überschritten, das bollwerk gen westen überstiegen, die weite ebene durchmessen, dann noch ein bollwerk bezwungen und schließlich oche em loch jefunge… und das alles per pedal. richtig, bescheuert muss man sein.
…wenn von jetzt auf gleich der airport streikt und sich anschließend nicht mehr an mich erinnern mag… zum glück liegt irgendwo auf dem großen haufen elektroschrott der alte siemens router, und schwuppdiwupp ist’s internet wieder da.
scheiße ist’s trotzdem, keine lösung in sicht und diese nachricht niveaulos wie schon lange nicht mehr.
happy new year dennoch, and: a snow year’s a good year (filled with the love of all who lie so deep).
auf die ohren (kleiner exkurs in richtung …nun ja, jazz, für meinen lieblings-mitblogger (dir noch ein ganz spezielles frohes neues, alter!):
„mach das aus! das könnt ihr hören, wenn eure freundinnen sich für euch ausziehen!“
elke g-punkt (*fg*), als stefan nachname-vergessen das tom waits-tape auf der klassenfahrt nach prag zum wiederholten male über die anlage im bus laufen ließ.
das ist nun auch schon 22 jahre her. ob elke g-punkt spaß hatte?
menschen und computer, eine ewige geschichte. mit bewunderung las ich einen artikel des hochgeschätzten westzipflers, dass er sich (offenkundig zum wiederholten male) tief in die eingeweiden seines computers gewühlt hat. ich selbst habe zwei linke hände und daher meine verschiedenen kisten noch nie eigenhändig erweitert. ich beharre auf dem standpunkt, dass wenn ich einen cd-player hätte verstehen müssen, ich wohl immer noch schallplatten hören würde (nebenher: wenn ein cd-player ständig meldungen wie „datenträger nicht lesbar“ oder – nach einlegen einer cd – „kein datenträger vorhanden“ oder „oh gott, nein – shakira spiele ich nicht“ bringen würde, dann hätte er sich auch niemals durchgesetzt).
vor (oh gott, ich werde alt) zwölf jahren bekam ich einen cd-brenner geschenkt, ein modell, das, wie ein kollege mir sagte, „jeder idiot“ einbauen könne. meine erfahrung: nein, nicht jeder idiot. zu jener zeit hatte ich einen minitower-pc der inzwischen auch schon gehimmelten firma vobis, und ein blick in das geöffnete gehäuse (und ein weiterer in die einbauanleitung) sagte mir nur „hey! vergiss es!“ also habe ich den pc zu einer fachwerkstatt getragen mit der bitte, den cd-brenner einzubauen – und damit nahm das unheil seinen lauf…
„der brenner versteht sich nicht mit dem cd-laufwerk, das müsste ausgetauscht werden!“ – ja, machen sie mal…
„brenner und neues cd-laufwerk verstehen sich nicht mit dem motherboard – das müsste ausgetauscht werden!“ – ja, machen sie mal…
„der lüfter passt nicht zum motherboard, der müsste (na? schon erraten? richtig!) ausgetauscht werden!“ – ähm, hallo, in echt jetzt?? na gut, machen sie mal…
das ende vom lied: von dem vielen geld, was dieser „einbau“ gekostet hat, hätte ich mir auch ’ne neue kiste kaufen können. aber wie gesagt: ich keine ahnung, also was ich tun? und damals gab es leider noch nicht ganz so viele zwölfjährige, die mit verbundenen augen pcs auseinanderschrauben und wieder zusammensetzen können…
immerhin hat es der cd-brenner dann auch getan, aber nur, solange ich nicht „on the fly“ oder mit mehr als einfacher geschwindigkeit brennen wollte – denn dann schlug der ständig gefürchtete „buffer underrun“ unbarmherzig zu und eine dieser damals noch immens teuren rohlinge war für den müll (im schnitt jede dritte war’s sowieso). traurige zeiten…
heute ist alles schöner, besser – und seit meinem weggang vom fenster macht sogar das hoch- und ‘runterfahren spaß… allein: dass seit meinem umsatteln auf den schneeleoparden einige programme nur noch ein entrüstetes „nicht! mit! mir!“ von sich geben (und nikon zur anpassung seiner view nx software, die ich dringend! dringend! dringend! benötige schon auf den schneefreien leoparden monate brauchte und nicht absehbar ist, wann es auch für die endlich schneien wird) hatte zur folge, dass ich meine stirn so lange auf den tisch hauen musste, bis mir schwarz vor augen wurde…
auf die ohren (especially for m):
(…und falls du jetzt denkst: schlimmer geht nimmer – das nächste mal befassen wir uns mit shania twain! versprochen!)
die freude war groß als ich sah, dass sich mehr als die notorisch ein, zwei interessenten auf diesen blogg verirrt haben – jetzt waren es sechs klicks an einem tag, ein umstand, dem nachzugehen sich lohnte. ich fand heraus, dass von dieser seite hier: http://www.wikio.de ein link auf mein blogg geschaltet war. ein wenig irritiert hat mich allerdings die vollständige url: http://www.wikio.de/deutschland/mecklenburg-vorpommern/roggendorf. leeve lück, da ham mer wohl in jeojraphie nit esu janz opjepass!